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Warum ist die Stille so wichtig?
Die Stille nährt unsere menschliche Natur. Sie hilft uns zu verstehen, wer wir sind. In der Stille können wir uns nicht vor uns selbst verstecken. Vielleicht tun wir gerade deshalb alles, um ihr auszuweichen. Doch wenn wir das tun, entgeht uns das, was uns im Tiefsten zu Menschen macht. Das, was unsere Wahrnehmung so schärft, dass sie empfänglich wird, und unser Hören neu justiert.

In einer guten Stille werden wir zu Menschen, die besser hören: auf die Natur, aufeinander und auf Gott. Vielleicht werden wir auch ernsthaftere Zuhörer, weil die Sehnsucht wächst, so zu leben, wie wir es als richtig erkannt haben. Wir werden fähig, uns von Selbstgefälligkeit zu lösen, von dem eingeschränkten Blick auf Wirtschaftlichkeit und auf Materielles, und wir verstehen, dass es uns schwerfällt, die Grenze zwischen Begehren und Bedürfen zu erkennen.

Zitiert aus: Sjödin, Tomas. "Wenn Stille eine Sprache wäre:" Wie wir die Verbindung mit unserem Schöpfer wiederfinden (Ruhe und Achtsamkeit 5) (S.20). SCM R.Brockhaus. Kindle-Version. 

Die eigenen "Brüche" im Leben annehmen lernen - daraus Neues erfahren

Eine schmerzhafter neuer Weg .. zum "Segen" für andere..
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Menschen, die scheitern, die nicht das erreichen, was ihrer eigenen Definition zufolge das Richtige wäre, gelingt hingegen oft der Durchbruch zu Erleuchtung und Mitgefühl. Der große Unterschied – und er ist wirklich gross! – besteht darin, dass Sie hoffentlich in der Lage sein werden, diese kosmische Ökonomie der Gnade anzunehmen und sich sogar daran zu erfreuen. Es ist Gottes grösste Überraschung und seine ständige Verkleidung, aber wir erfahren ihre Wahrheit nur dann, wenn wir höchstpersönlich hindurchgehen und auf der anderen Seite wieder herauskommen. Wir erfahren es nicht, indem wir nur zur Kirche gehen, die Heilige Schrift lesen oder jemandem zuhören, der darüber spricht, so sehr wir all dem auch zustimmen mögen. Erst wenn wir ganz unten angekommen sind und unser Reservetank leer ist, haben wir keinen Grund mehr, einfach auf eine höhere Oktanzahl unseres Brennstoffs umzusteigen.

Denn genau das passiert! Und warum? Weil wir nicht auf die Idee kommen, uns auf die größere Quelle der Kraft zu verlassen, solange unsere eigenen Mittel nicht absolut erschöpft sind und sich als unzureichend erweisen. Tatsächlich kommen wir nicht einmal auf die Idee, dass es diese größere Quelle gibt, solange unsere eigenen Quellen und Mittel uns nicht im Stich lassen. Erst wenn wir auf einen Menschen, eine Situation, ein Ereignis, eine Idee, einen Konflikt oder eine Beziehung stoßen, die wir selbst nicht «managen» können, machen wir Bekanntschaft mit dem wahren Manager.

Gott sorgt also dafür, dass uns Dinge begegnen, die wir nicht selbst managen können. Diejenigen, die bisher glaubten, ihr Leben im Griff zu haben, werden versuchen – ebenso wie alle Formen heroischer Spiritualität –, mittels Willenskraft und Bestimmtheit ein noch stärkeres Selbst aufzubauen, um die Zügel wieder in die Hand zu bekommen und die Kontrolle wiederzuerlangen.


Zitiert aus: Rohr, Richard. "Zwölf Schritte der Heilung": Gesundheit und Spiritualität (S.29-30). Verlag Herder. Kindle-Version. 


Die Tiefe im Innern

Oscar Wilde sagte einmal: „Mit vierzig Jahren hat jeder das Gesicht, das er verdient.“ Das ist eine tiefgründige, wenn auch schmerzliche Wahrheit. Es gilt allerdings nicht nur für das Gesicht, sondern genauso für das, was in uns ist: für unser Herz und unsere Seele. In unserem Inneren sind unsere Gedanken, Gefühle und Motive – und auch deren tieferer Ursprung, was immer das sein mag.

Das Leben, das wir in jedem Moment, jeder Stunde, jedem Tag und jedem Jahr führen, strömt aus diesen verborgenen Tiefen. Was in unserem Herzen ist, das hat den entscheidenden Einfluss darauf, wer wir werden und was aus uns wird. Ein Teil unserer Gedanken, Gefühle, Absichten und Pläne liegt auf der sichtbaren Oberfläche unserer Innenwelt. Diese nehmen wir wahr. Für andere sind sie möglicherweise genauso offensichtlich wie für uns. Diese oberflächlichen Aspekte geben zudem gute Hinweise darüber, wie unsere unbewusste geistliche Tiefe im Allgemeinen beschaffen ist und was sie ausmacht.

Diese sichtbaren Dinge zeigen an, woraus unser Innerstes besteht. Allerdings sind die Gedanken, Gefühle und Absichten, deren wir uns bewusst sind, nur ein kleiner Ausschnitt unserer wahren Tiefe. Was wir wirklich denken und fühlen und wie wir in verschiedenen Situationen reagieren würden, ist möglicherweise sowohl uns als auch den Menschen, die uns gut kennen, völlig unbekannt. Die verborgene Dimension eines menschlichen Lebens ist für andere unsichtbar; und auch für den Einzelnen selbst ist sie nicht wirklich zu erfassen. Wir wissen für gewöhnlich sehr wenig über die Dinge, die unsere Seele, die tiefste Ebene unseres Lebens, ausmachen.

Zitiert aus: Willard, Dallas. "Verwandle mein Herz"_ Wie Christus unsere Persönlichkeit prägen will. Brunnen Verlag Gießen. Kindle-Version.